How to Dot: Wie entsteht eigentlich ein Dotting-Kunstwerk?

Bevor du mit den Punkten loslegen kannst …

… brauchst du erst einmal etwas ganz Wichtiges: einen Stein.

Den kannst du entweder selbst gießen – oder du wirst einfach draußen in der Natur fündig. 😉 Schöne, möglichst glatte Steine eignen sich nämlich ebenfalls wunderbar zum Dotten. Ein Spaziergang kann sich also durchaus lohnen!

Wenn du keinen passenden Stein findest oder eine ganz bestimmte Form möchtest, kommt die Gießform zum Einsatz. Und damit beginnt der Teil, bei dem ich zugegebenermaßen nicht ganz so viel Begeisterung verspüre: das Steinegießen. 😄

Aber was muss, das muss. Also ran an die Gießmasse!

Erst einmal alles schön anrühren

Die Gießmasse wird sorgfältig nach Anleitung angerührt. Ja, wirklich nach Anleitung. 😉
Denn hier gilt: Ein bisschen Pi mal Daumen kann später für ziemlich interessante Ergebnisse sorgen – und die möchte man dann doch lieber vermeiden.

Beim Gießen selbst geht es übrigens alles andere als ruhig und beschaulich zu. 😄

Die Gießmasse staubt ordentlich – deshalb mache ich das am liebsten draußen. Und auch wenn ich mir vorher vornehme, dabei möglichst sauber zu bleiben: Am Ende sehe ich meistens aus, als hätte ich selbst gerade ein kleines Betonbad genommen.

Betonstaub hier, ein paar Spritzer da … und schon ist der Look perfekt. 😉
Nicht unbedingt mein elegantester Auftritt, aber glücklicherweise muss ich mich beim Dotten ja nicht selbst bemalen.

Also: Gießmasse anrühren, Form vorbereiten, Stein gießen – und anschließend erst einmal wieder den Staub aus allen Ecken schütteln.

Ist die Masse fertig angerührt, wird die Silikonform zunächst vorsichtig mit etwas Gießmasse eingestrichen. So werden auch die kleinsten Details der Form gut ausgefüllt.

Anschließend wird die restliche Gießmasse vorsichtig in die Form gefüllt.

Und jetzt wird geklopft …

Ganz in Ruhe und mit Gefühl. 😉 Denn schließlich wollen wir die Gießmasse nicht gleich wieder aus der Form befördern.

Die gefüllte Silikonform wird vorsichtig und leicht angeklopft, damit eingeschlossene Luftblasen nach oben steigen und entweichen können. Zu kräftig sollte man dabei allerdings nicht werden – sonst macht sich die Gießmasse selbstständig und schwabbt über den Rand.

Also: Ruhe bewahren, vorsichtig klopfen und der Gießmasse ein bisschen Zeit geben.

Schließlich gilt auch hier schon:

Die Ruhe auf den Punkt gebracht.

Jetzt heißt es warten

Die Gießmasse braucht nun erst einmal ihre Zeit, um fest zu werden. Und was macht man in dieser Zeit?

Ganz klar: Kaffee trinken. ☕😉

Schließlich heißt die ganze Sache nicht umsonst Espresso Dotting. Also Tasse raus, Füße hoch und dem Stein beim Festwerden zuschauen. Wobei … Letzteres ist vermutlich nicht besonders spannend.

Aber genau dafür ist die Kaffeepause da. Die Gießmasse hat ihre Ruhe – und ich auch.

Die Ruhe auf den Punkt gebracht.

Endlich raus aus der Form!

Wenn der Stein fest genug ist, kannst du ihn vorsichtig aus der Silikonform lösen.

Aber auch hier gilt: Gib dem Stein Zeit! 😉 Ist er noch nicht fest genug, kann er beim Herauslösen schnell brechen – und dann war die ganze Ruhe vorher für die Katz.

Also lieber ein bisschen länger warten und vorsichtig vorgehen. Der Stein läuft dir schließlich nicht weg.

Ist er erfolgreich aus der Form befreit, ist er aber noch nicht ganz fertig. Jetzt darf er noch einige Tage in Ruhe weiter trocknen.

Und jetzt endlich dotten?

Nein. 😄Wer jetzt denkt: „Stein gegossen, getrocknet – jetzt kann’s losgehen!“, den muss ich leider noch ein wenig vertrösten.

Denn jetzt wird erst einmal geschliffen.

So ein frisch gegossener Stein sieht zwar schon ganz ordentlich aus, aber perfekt ist er eben noch nicht. Kleine Unebenheiten und Kanten müssen noch weg.

Eine Schleifmaschine kommt bei mir übrigens nicht zum Einsatz. Hier ist Handarbeit mit Schleifpapier angesagt. Besonders die Unterseite wird schön glatt und eben geschliffen, damit der fertige Stein später sicher steht und seinem zukünftigen Zuhause nicht gleich ein paar Kratzer als Andenken hinterlässt.

Und falls du jetzt dachtest:
„Na toll, dann ist die Staub-Sauerei vom Gießen wenigstens vorbei.“

Ähm … nein. 😄

Beim Schleifen entsteht natürlich wieder feiner Staub. Wer also dachte, die große Sauerei ist jetzt vorbei, wird leider enttäuscht.

Aber gut – was muss, das muss.

Und jetzt wirklich fast so weit …

Nach dem Schleifen kommt erst einmal: Pinseln.

Wir nähern uns also langsam der Farbe – und immerhin kommt jetzt schon einmal ein Pinsel zum Einsatz. 😉 Zuerst muss aber der ganze Schleifstaub gründlich entfernt werden. Der Stein soll schließlich schön sauber und staubfrei sein, bevor es weitergeht.

Ist der Stein sauber, bekommt er einen Haftgrund bzw. Malgrund. Dieser sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit der später aufgetragenen Farbe nicht zu schnell vom Stein aufgesaugt wird. So haftet die Farbe besser und blättert später nicht so leicht ab oder reibt sich ab.

Also: Pinsel in der Hand, Stein vorbereitet – und jetzt sind wir dem eigentlichen Dotten schon ein ganzes Stück näher.

Jetzt wird’s langsam bunt. 😉

Nun wird die Untergrundfarbe ausgesucht. Und die ist tatsächlich wichtiger, als man vielleicht denkt. Denn je nachdem, welche Farbe du für den Untergrund wählst, können die später darauf gesetzten Punkte ganz unterschiedlich wirken.

Ist die Farbe ausgesucht, wird der Stein entsprechend grundiert. Dafür kannst du zum Beispiel Acrylfarbe, Kreidefarbe oder Voll-/Abtönfarbe verwenden. Je nach Deckkraft sind dafür mindestens zwei Anstriche sinnvoll.

Und wie immer gilt: Zwischendurch gut trocknen lassen.
Auch wenn man an dieser Stelle natürlich am liebsten sofort weitermachen möchte. 😉

Ist die Grundierung vollständig getrocknet, geht es endlich richtig los.

Jetzt hast du zwei Möglichkeiten:

Du kannst eine Schablone verwenden und das gewünschte Motiv mit einem Kreidestift oder wasserlöslichen Buntstift vorsichtig auf den Stein übertragen.

Oder du sagst einfach: Los geht’s! und beginnst direkt mit dem ersten Punkt.

Und damit sind wir nun tatsächlich beim Dotten angekommen. 🎨

Jetzt kommt der erste Punkt. 🎨

Und jetzt ist es tatsächlich so weit: Der erste Punkt darf auf den Stein. 😉

Der wird ganz sorgfältig in die Mitte gesetzt. Schließlich soll von hier aus alles seinen Anfang nehmen. Und wie so oft beim Dotten gilt: lieber in Ruhe und mit Gefühl, als hektisch drauflos – du weißt ja: Die Ruhe auf den Punkt gebracht. 😉

Danach wird das Muster von innen nach außen aufgebaut. Punkt für Punkt entsteht so langsam das gewünschte Motiv.

Dabei kann man wunderbar mit verschiedenen Punktgrößen und Farben spielen. Und wer jetzt denkt, ein Punkt ist eben ein Punkt … der wird schnell eines Besseren belehrt. 😉

Besonders schöne Effekte entstehen, wenn die Punkte zunächst gut getrocknet sind und anschließend auf den jeweiligen Punkt noch ein kleinerer Punkt gesetzt wird.

Dafür kann man eine hellere oder dunklere Farbe aus der gleichen Farbfamilie verwenden oder bewusst mit einer Kontrastfarbe arbeiten. So entstehen tolle Farbwirkungen und die einzelnen Punkte bekommen noch einmal eine ganz andere Wirkung.

Hier darf also nach Herzenslust ausprobiert werden. Mal etwas heller, mal etwas dunkler, mal Ton in Ton und mal ordentlich Kontrast – manchmal entstehen gerade aus Kombinationen, die man vorher gar nicht so geplant hatte, richtig schöne Ergebnisse.

Viele Beispiele für unterschiedliche Farbwirkungen und Punktkombinationen findest du auch in meiner Galerie. Dort kannst du sehen, wie unterschiedlich ein Muster allein durch Farben, Punktgrößen und kleine Farbakzente wirken kann.

Und zwischendurch darfst du ruhig auch einmal den Pinsel bzw. das Dotting-Tool aus der Hand legen und dich zurücklehnen. Schau dir dein Werk in Ruhe an und lass das Muster einfach ein bisschen auf dich wirken. Vielleicht fällt dir dabei auf, dass an einer Stelle noch ein Punkt fehlt oder eine andere Farbe dort viel besser passen würde.

Und was macht man bei so einer kleinen schöpferischen Pause?

Na klar: einen Schluck Kaffee genießen. ☕😉

Schließlich soll nicht nur der Stein seine Ruhe bekommen.

Und irgendwann merkt man: Aus dem einen kleinen Punkt in der Mitte ist ganz schön viel geworden. 😉

Und zum Schluss noch eine kleine Veredelung

Wenn die Farbe einige Tage gut durchgetrocknet ist, bekommt der Stein noch einen Abschlusslack.

Der wird gleichmäßig und schön dünn aufgetragen. Schließlich soll der Stein lange schön bleiben und du möglichst lange Freude daran haben.

Ob der Lack matt oder glänzend wird, darfst du ganz nach deinem Geschmack entscheiden. Beides hat seinen eigenen Charme.

Und der Lack kann noch etwas ganz Besonderes: Er lässt die Farben oft noch einmal deutlicher leuchten und gibt dem fertigen Kunstwerk den letzten Schliff.

So wird aus vielen kleinen Punkten am Ende ein fertiger Dotting-Stein – veredelt und bereit, seinen Platz zu finden. 😉

Und damit ist er tatsächlich fertig. ☕🎨

Wobei … ich bin mir ziemlich sicher: Wenn du bis hierhin gelesen hast, hast du wahrscheinlich schon das nächste Dotting-Projekt im Kopf. 😄

Aber keine Sorge – das ist überhaupt nicht schlimm. Denn so wie man nie genug Kaffee haben kann, kann man schließlich auch nie genug Steine, Tools oder Farben haben. Man weiß ja nie, was einem als Nächstes einfällt. 😉

Und falls du jetzt noch ein bisschen tiefer ins Dotting einsteigen möchtest: Ich werde demnächst noch eine eigene Seite mit Tipps und Tricks rund ums Dotting erstellen. Dafür brauche ich allerdings noch ein kleines bisschen Zeit.

Gut Ding will schließlich Weile haben – und Ruhe auf den Punkt gebracht. 😉

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